Für den Erfolg einer Mannschaft kommtes auf eine gute Mischung an: Ältere Mitspieler bringen gereifte Erfahrungen ein, die jüngeren neue Perspektiven.
Wo sich die Stärken ergänzen, hier Überblick und Standfestigkeit, dort Improvisation und Lauflust, sind die Weic hen gut gestellt: für den Sieg heute und – nicht weniger wichtig – für das Spiel von morgen.

FRÜHE BINDUNG HÄLT AM BESTEN

Die Zukunftsfrage eines Sportvereins ist auch eine Frage der Jugend. Sein Überleben hängt nicht zuletzt von der Einstellung der heranwachsenden Generation ab. Nur wenn es gelingt, sie erstens für den Verein und zweitens für freiwilliges Engagement zu begeistern,
wird sich auch künftig etwas bewegen. Der Grundsatz lautet: Je früher desto besser, denn ..
  • die in jungen Jahren entstandenen Bindungen sind besonders haltbar: eine große Zahl der erwachsenen Ehre namtlichen hat bereits frühzeitig Mitverantwortung übernommen; •„junges Engagement“ hilft den Vereinen, sich weiter zu entwickeln: Jugendliche bringen nicht nur neue Kom petenzen mit und kreative Ideen ein, sie geben auch dem Vereinsleben Impulse;
  •  junge, überzeugte Vereinsmitglieder sind für andere Jugendliche die glaubwürdigsten Vereins-Fürsprecher und deshalb die beste Werbung für die Mitgliedschaft.
JUNGE WOLLEN MITMISCHEN
Junge Menschen zu begeistern, setzt voraus, dass sie sich begeistern lassen. Manche bezweifeln das und sprechen von der „Null- Bock-Generation“. Zurecht?
Darauf gibt die seit vielen Jahren regelmäßig durchgeführte Shell-Jugendstudie eine Antwort: nein! Die neueste Untersuchung aus dem Jahr 2006 sieht sogar einen gegenteiligen Trend. Aus der Befragung von mehr als 2.500 Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren zieht der Soziologe Klaus Hurrelmann folgende Erkenntnisse: Die Protestgeneration wie auch die Null-Bock-Generation seien Vergangenheit. Die
Jugendlichen seien heute vor allem pragmatisch und leistungsorientiert eingestellt und wüssten es zu schätzen, Einfluss nehmen zu können. Das ist für Sportvereine, die solchen Nachwuchs dringend brauchen, eine erfreuliche Perspektive – und eine Herausforderung: Auch wenn die Jungen noch nicht immer genau wissen, was sie wollen (schließlich ist die Jugend eine Experimentierphase), so haben sie meist doch
klare Vorstellungen von den Bedingungen, unter denen sie gern (im Sport) mitmachen und (im Verein) mitwirken.
Es lebe der Sport?
„Gerüchten“ zufolge interessieren sich Jugendliche nur noch für virtuellen Sport via Spielkonsole. Sportvereine wissen natürlich, dass das Unsinn ist. Andererseits: Die meisten Vereine hätten wahrscheinlich gegen (noch) mehr jungen Mitglieder nichts einzuwenden. Das aber ist kein Selbstläufer, denn während die Zahl der Heranwachsender (wegen der schwachen Geburtenrate) schrumpft, wächst das Freizeitangebot.
Die Aussichten, Jugendliche für Sportvereine zu gewinnen, steigen, wenn Vereine attraktive Voraussetzungen schaffen:
  • Die Aufnahme neuer Sportangebote ins Vereinsprogramm. Jugendliche praktizieren manche Trendsportart auch deshalb in „freier Regie“, weil Vereine hier passen müssen.
  • Ein Trainingskonzept, das die Leistungsfähigkeit vor allem über den Spaß am Sport fördert.
  • Eine Umfeld, mit dem sich Jugendliche identifizieren können, zum Beispiel die Party mit Schulband oder selbst gestaltete Trikots.
  • Und, das gilt für die Mitgliedschaft genau so wie fürs Ehrenamt: Mitspracherechte! Denn für Jugendliche gilt mindestens so sehr wie für
    Erwachsene, dass Selbstverwirklichung und Mitverantwortung die stärkste Bindungskraft entfaltet und die Lust aufs Mitmachen steigert.

Tausche Visionen gegen Verantwortung
Die Botschaft junger Menschen an die Gesellschaft lautet: „Ja, wir wollen etwas bewegen. Dafür brauchen wir aber auch  Bewegungsspielraum!“ Damit ist nicht gnädiges Gewährenlassen lassen gemeint. Was Jugendliche sich vor allem wünschen, bringt der Kinder- und Jugendreport zum Nationalen Aktionsplan (NAP) „Für ein kindgerechtes Deutschland 2005 – 2010“ auf den Punkt: Sie wollen ernst genommen werden! Und erleben manches Mal das Gegenteil, was Misstrauen zur Folge hat. Wenn Erwachsene in den Sportvereinen es überwinden wollen, sollten deshalb keinen Zweifel daran lassen, dass …

  • Gespräche mit Jugendlichen keine Pro-forma-Veranstaltungen sind, sondern ein gleichberechtigter Dialog, in dem die Ansichten und Vorschläge der Jungen Gewicht haben;
  • sie Jugendlichen etwas zutrauen und deshalb Gestaltungsspielräume bei der Umsetzung von Ideen eine Selbstverständlichkeit sind;
    Fehler zur Geschäftigkeit gehören und nicht nur Jugendlichen unterlaufen;
  • die Interessen der Jugendlichen nicht nur „bei Gelegenheit“ in die Vereinsplanung einfließen, sondern durch Verankerung auf der Führungsebene systematisch berücksichtigt werden.

FAZIT
Ein von beiden Seiten mit Wohlwollen geführter Dialog ist die Grundlage für den Vereinserfolg. Dass früher alles besser gewesen sei, behauptet nur, wer die eigenen Jugendsünden im altersweisen Rückblick verklärt. Genau so wenig hat die Jugend die guten Ideen für sich alleine gepachtet. Jede neue Generation wächst unter veränderten Bedingungen heran. Es ist deshalb nur natürlich, dass sie ihre
speziellen Stärken und Schwächen, Vorlieben und Abneigungen, Werte und Strategien entwickelt. Sie ist „ein Kind ihrer Zeit“, die neue Herausforderungen mit neuen Ideen begegnet. Ein gutes Miteinander der Generationen lebt nicht von Gleichmacherei. Es kommt es auf etwas anderes an: Respekt vor der Unterschiedlichkeit. Und die bestmögliche Vereinigung der verschiedenen Stärken!
Es geht weder ohne die Älteren, noch ohne die Jüngeren. Zukunftssicherung im Verein bedeutet, die Generationen zusammen zu bringen!