BEI UNS MACHEN GROSSE SPRÜNGE SPASS!“
Selbst Profisportler, die für „Lohn gegen Leistung“ arbeiten, sind erfolgreicher, wenn es Spaß macht. Auch Hobbysportler kommen zwar nicht ohne Disziplin aus, doch sollte der Spaß im Vordergrund stehen. Und bei Kindern und Jugendlichen geht es nicht ohne! Ruhig
sitzen, konzentriert arbeiten – das kennen sie aus der Schule. Das brauchen sie nicht auch noch am Nachmittag.
Sportvereine, die ihnen Lust auf Leistung machen wollen, sollten deshalb mehr bieten als Technik und Taktik.
AUF DIE PLÄTZE, FERTIG – ACTION!
Kinder und Jugendliche drängt es nach Bewegung. Ein Bedürfnis, das sie oft genug unterdrücken müssen. Manchmal spüren sie es schließlich gar nicht mehr – und erliegen den passiven Verlockungen von Fernseher oder Spielekonsole. Mit deren bunte Bilderwelten stehen Sportvereine in Konkurrenz. Es geht natürlich nicht darum, sie nachzuahmen. Ein bisschen Action darf es aber wohl sein:
  • Lassen Sie Kinder und Jugendliche erleben, dass Sport mehr ist als Tranings und Turnieralltag, Sieg und Niederlage. Hier kann man Freundschaften genießen, jubeln und feiern, morgen meistern, was heute noch unmöglich scheint, Kraft tanken und sich richtig auspowern.
  • Verbinden Sie sportliche Ausbildung mit spannendem Abenteuer, Pflichtübungen mit Vergnügungen, nüchterne Wettkampforientierung mit witzigem Nonsens.
Denn sportliche und pädagogische Ziele einerseits und Spielräume für Ausgelassenheit sind keine „Gegner“ – sie gehören zum selben Team: Kinder und Jugendliche brauchen beides!
SPIELEND GELERNT – DAS TRAINING
Kompetente Übungsleiter und -leiterinnen und altersgerechte Trainingsformen – wo diese Erfolgsfaktoren zusammen kommen, sind Kinder und Jugendliche gut aufgehoben.
Trainerwissen: Sport & Spiel
Klar, die sportartspezifischen Kompetenzen der Übungsleiter bilden, genau wie beim Training mit Erwachsenen, die Grundlagen. Auch bei den Trendsportarten, die Jugendliche besonders anziehen, sollten sie sich gut auskennen – eine Herausforderung für das Fortbildungsprogramm eines Sportvereins, der auf den Nachwuchs setzt.
Zum Trainingsprogramm gehört – gerade im Jugendbereich – auch sportpraktisches Know-how: Spielerische Übungen, die Sport und Spaß auf einen Nenner bringen und die Neugier wecken. Um so besser Übungsleiter auch solche ergänzenden Bewegungsangebote kennen, die nicht auf Leistung zielen, desto interessanter können sie das Training gestalten.
Die fachliche Kompetenz ist eine Frage der Ausbildungsqualität, aber nicht nur: Noch mehr als im Erwachsenensport hängen im Kinder- und Jugendsport Autorität und Akzeptanz des Trainers von seiner Kompetenz ab: Weil sich junge Menschen souveräne Vorbilder erhoffen, enttäuscht sie Unsicherheit ganz besonders.
Unverzichtbar ist schließlich das Talent, Wissen und Können verständlich und überzeugend zu vermitteln. Trainer, die (auch) Disziplin von ihren jungen Spielern fordern, sollten den Dialog nicht zu kurz kommen lassen:
  • Machen Sie deutlich, was Sie warum von Ihren Nachwuchsspielern erwarten.
  • Geben Sie ihnen Freiraum, die eigene Vorstellungen einzubringen.
  • Und holen Sie sich regelmäßig ein Feedback ein, denn schon die Jüngsten haben eine eigene Meinung!

Trainerwissen: Phasen der Fitness
Sport soll die Fitness verbessern und das körperliche Wohlbefinden steigern. Es kommt auf die richtige, altersspezifische Dosierung an. Die Entwicklung von Fähigkeiten wie Koordination, Schnelligkeit, Kraft oder Ausdauer schwankt nicht nur zwischen jung und alt erheblich, sondern auch innerhalb der Phase zwischen dem achten und dem 17. Lebensjahr. Übungen zur Beweglichkeit zum Beispiel sind bis
zum 13. Lebensjahr besonders wirksam, während Kraftübungen vor allem ab dem 12. Lebensjahr Erfolg zeigen. Keine Frage: Solche sportmedizinischen Aspekte sollten Übungsleiter kennen! Und Sportvereine sollten sie berücksichtigen, indem sie ein durchgängiges Trainingsprogramm entwickeln, in dem die Leistungsziele der jeweiligen Altersgruppen aufeinander abgestimmt sind.

Trainerwissen: Soziale Ziele im Spielbetrieb
Sport macht stark – auch mental. In Trainings und Turnieren können sich junge Menschen enorm entwickeln. Sie können lernen, sich auf ein Ziel zu konzentrieren, in der Dramatik des Wettkampfs schnelle Entscheidungen zu treffen, mit anderen gemeinsam Erfolge zu erringen und Misserfolge auszuhalten und vieles mehr. Dafür brauchen sie aber Übungsleiter oder Übungsleiterinnen, die diesen Prozess
konsequent unterstützen. Die nicht nur am Tabellenplatz ablesen, ob ihre Arbeit Erfolg hat. Die verstehen, was junge Menschen brauchen, nämlich vor allem:
Zuspruch. Tadel entmutigt. Eine Rückmeldung hingegen, die Chancen und Potenziale in den Vordergrund stellt, gibt neue Kraft. Gerade die im Wettkampfsport nicht so Starken brauchen Rückhalt und Bestätigung! Dazu können zum Beispiel Wettkämpfe außerhalb des Ligabetriebs beitragen (in denen sich nicht alles um den Sieg dreht) oder sportpraktische Ergänzungsübungen, in denen sie mit ihren
Begabungen punkten können.

WETTKAMPF MIT WEITBLICK
Sich an anderen zu messen, ist für Kinder und Jugendliche nicht nur ein Spaß, sondern auch die Gelegenheit, ihre physischen und psychischen Stärken und Schwächen kennenzulernen. Und ein Ansporn, sich zu verbessern. Allerdings kann die Hoffnung auf Pokale und Podestplätze eine Eigendynamik entwickeln, die pädagogische Ziele in den Hintergrund drängt. Dann heißt es für die Trainer
gegenzusteuern und mit positivem Beispiel voranzugehen:

  • Stimmen Sie Ihre Sportler auf realistische Ziele ein, die alle Mitspieler erreichen können – der größte Sieg, den Sie erringen können, sind junge Menschen mit Selbstvertrauen.
  • Dulden Sie keine aggressiven Schuldzuweisungen und Hänseleien der Kids untereinander.
  • Bleiben Sie auch in der Hitze des Gefechts besonnen und coachen Sie statt zu kritisieren; bei jedem Feedback steht das Positive – neben der Technik auch der Teamgeist und die Fairness! – an erster Stelle.
  • Lassen Sie Ihre Jungs und Mädchen erst zur Ruhe kommen, bevor Sie Ratschläge geben.
  • Richten Sie den Blick nach vorn: Dank Spielanalyse und Motivation wird der Misserfolg heute zur Basis für den Erfolg von morgen.
  • Achten Sie auf allzu ehrgeizige Eltern und sprechen Sie mit Ihnen unter vier Augen über Leistungsdruck und Überforderung.

ABWECHLSUNG STATT AUSWECHSLUNG
Spielerisch und abwechslungsreich lernen – das ist das Konzept sportpraktischer Übungen und Events.

Sportpraktische Übungen … sind eine gute Ergänzung zu den klassischen, sportarttypischen und wettkampfbezogenen Lernmethoden. Sie eignen sich besonders für die Aufwärmphase und den Ausklang des Trainings. Im Mittelpunkt stehen der Spaß und die Freude an der Bewegung. So sorgen sie – in diesen oft ungeliebten Übungsteilen – nicht nur für Abwechslung, sondern fördern auch Fertigkeiten, die das
sportarttypische Trainingsprogramm vielleicht vernachlässigt. So könnten zum Beispiel Fußballspieler(innen) von leichten, die Motorik fördernden Turnübungen profitieren. Oder von Übungen aus der Selbstverteidigung, die das Selbstvertrauen
und die Durchsetzungsfähigkeit stärken.

Sportpraktische Events … sind für Kinder und Jugendliche Höhepunkte im Sportalltag – Nervenkitzel inklusive. Ob Fahrradrallyes, Ausflüge oder Mitternachtsturniere, Wettkämpfe mit verkehrten Regeln oder Geräten (zum Beispiel Tischtennis an Minitischen), ob Nonsens-
Zehnkampf mit der Halle als Abenteuerpark oder überfachliche Vereinsprojekte, die ehrenamtliches Engagement fordern – der Fantasie sind keine Grenzen gezogen. Hauptsache, es macht Spaß!